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Grundsätze des MULLIGAN™ Konzepts

Die physiotherapeutische Behandlung von Verletzungen des Bewegungsapparates hat sich von den Grundlagen der Heilgymnastik und der aktiven Gymnastik zu den von Therapeuten angewandten passiven physiologischen Bewegungen und weiter zu den von Therapeuten angewandten akzessorischen Techniken weiterentwickelt. Brian Mulligans Konzept der Mobilisation mit Bewegung (MWMS) in den Extremitäten und der Sustained Natural Apophyseal Glides (SNAGS) in der Wirbelsäule sind die logische Fortsetzung dieser Entwicklung, mit der gleichzeitigen Anwendung von vom Therapeuten angewandten akzessorischen Technik als auch vom Patienten erzeugten aktiven physiologischen Bewegung.

Vorteile der Bewegungs-Mobilisation

In der manuellen Therapie ausgebildete Gesundheitspraktiker unterstützen Personen mit Beeinträchtigungen der Beweglichkeit und Funktion. Das Mulligan Konzept der manuellen Therapie ist speziell darauf ausgerichtet, diese Ziele durch die Anwendung von schmerzfreien manuellen Mobilisationstechniken zu erreichen, die eine schmerzfreie Bewegung und therapeutische Belastung des Bewegungsapparates ermöglichen. Sowohl der Arzt als auch der Patient können den Wert dieses Ansatzes durch seine Fähigkeit, schmerzhafte Funktionseinschränkungen sofort zu beseitigen, schnell einschätzen. Wenn die Techniken agegeben sind, kann eine sofortige Verbesserung von Schmerz, Beweglichkeit und Funktion während und nach der Technikanwendung beobachtet werden. Wird keine sofortige Verbesserung festgestellt, muss die Technik modifiziert werden, um eine schmerzfreie Funktion zu erreichen, oder sie ist zu diesem Zeitpunkt nicht angegeben.

Häufige Indikationen für das Mulligan-Konzept

• Schmerzen sind mechanischen und nicht entzündlichen Ursprungs

• Akut durch Schmerzen eingeschränkte Beweglichkeit

• Subakute Beweglichkeitseinschränkungen

• Postoperativer Zustand mit Beweglichkeitsverlust

• Zervizogene Kopfschmerzen und/oder Schwindel

• Inversionsverstauchung des Knöchels

• Laterale Epicondylalgie

Behandlungsgrundsätze

Bei der Anwendung manueller Therpaietechniken erkennen Physiotherapeuten an, dass es Kontraindikationen für die Behandlung gibt, die jederzeit respektiert werden sollten. Obwohl er sich immer von der Grundregel leiten lässt, niemals Schmerzen zu verursachen, muss der Therapeut, der sich für die Anwendung von SNAGS an der Wirbelsäule und MWMs an den Extremitäten entscheidet, dennoch die Grundregeln der Anwendung manueller Therapietechniken kennen und einhalten.

Für die Anwendung von MWM und SNAGS in der klinischen Praxis wurden folgende spezielle Grundprinzipien entwickelt

1. Während der Begutachtung wird der Therapeut ein oder mehrere vergleichbare Anzeichen, wie von Maitland beschrieben, identifizieren. Diese Anzeichen können ein Verlust der Gelenkbewegung, Schmerzen in Verbindung mit Bewegung oder Schmerzen in Verbindung mit bestimmten funktionellen Aktivitäten sein (z. B. seitlicher Ellbogenschmerz bei widerständiger Handgelenksextension, ungünstige neuronale Spannung).

2. Eine passive akzessorische Gelenkmobilisation wird nach den Prinzipien von Kaltenborn (d.h. parallel oder senkrecht zur Gelenkebene) durchgeführt. Dieses akzessorische Gleiten muss schmerzfrei sein.

3. Der Therapeut muss die Reaktion des Patienten kontinuierlich überwachen, um sicherzustellen, dass keine Schmerzen auftreten. Mit seinem Wissen über Gelenkarthrologie, einem gut entwickelten Gefühl für Gewebespannung und klinischem Denken untersucht der Therapeut verschiedene Kombinationen von parallelen oder senkrechten Gleitern, um die richtige Behandlungsebene und den richtigen

4. Während das akzessorische Gleiten beibehalten wird, wird der Patient aufgefordert, das vergleichbare Zeichen durchzuführen. Das vergleichbare Zeichen sollte nun deutlich verbessert sein (d.h. vergrößerter Bewegungsumfang und ein deutlich verringerter oder besser noch, Fehlen des ursprünglichen Schmerzes).

5. Das Ausbleiben einer Verbesserung des vergleichbaren Zeichens würde darauf hinweisen, dass der Therapeut nicht den richtigen Kontaktpunkt, die richtige Behandlungsebene, den richtigen Grad oder die richtige Richtung der Mobilisierung, das richtige Wirbelsäulensegment gefunden hat oder dass die Technik nicht angegeben ist.

6. Die zuvor eingeschränkte und/oder schmerzhafte Bewegung oder Aktivität wird vom Patienten wiederholt, während der Therapeut weiterhin das entsprechende akzessorische Gleiten beibehält. Weitere Fortschritte werden mit der Wiederholung während einer Behandlungssitzung erwartet, die typischerweise drei Sätze mit zehn Wiederholungen umfasst.

7. Weitere Erfolge können durch die Anwendung von passivem Überdruck am Ende des verfügbaren Bereichs erzielt werden. Auch dieser Überdruck sollte schmerzfrei sein.